Handwerker-Website selber machen oder machen lassen?

Volker Thebrath · · 7 Min. Lesezeit
Handwerker-Website selber machen oder machen lassen?

Du brauchst eine Website für deinen Betrieb. Soweit klar. Aber jetzt stehst du vor der Frage, die sich jeder Handwerker irgendwann stellt: Selber machen oder machen lassen?

Beide Wege haben ihre Berechtigung. Aber beide haben auch Haken, über die kaum jemand ehrlich redet. Das machen wir hier anders.

Die Ausgangslage: Warum die Frage berechtigt ist

Als Handwerker bist du es gewohnt, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Du reparierst, baust, installierst — warum nicht auch eine Website? Werkzeuge dafür gibt es genug: Jimdo, Wix, Ionos, WordPress. Alles wirbt mit “in einer Stunde fertig” und “keine Vorkenntnisse nötig”.

Gleichzeitig weißt du aus deinem eigenen Gewerk: Wenn ein Laie sich an etwas versucht, das Profis machen, kommt selten etwas Gutes dabei raus. Der Hausbesitzer, der mal eben selbst die Fliesen legt. Die Nachbarin, die ihren Heizkörper selbst anschließt. Du kennst die Ergebnisse.

Aber so einfach ist es nicht.

Weg 1: Website selber machen

Was dafür spricht

Du sparst Geld. Ein Baukasten kostet 10 bis 30 Euro im Monat. Eine professionelle Website kostet je nach Anbieter zwischen 500 und 5.000 Euro. Der Preisunterschied ist real.

Du bleibst unabhängig. Keine Wartezeiten, keine Abstimmungsrunden. Du willst die Telefonnummer ändern? Machst du in zwei Minuten selbst. Du willst ein neues Projekt zeigen? Lädst du das Foto selbst hoch.

Du lernst etwas. Klingt nebensächlich, ist aber nicht zu unterschätzen. Wer seine Website selbst pflegt, versteht besser, wie Online-Marketing funktioniert.

Was dagegen spricht

Zeit. Das ist der größte Posten, und die meisten unterschätzen ihn massiv. “In einer Stunde fertig” stimmt vielleicht für eine leere Seite mit Logo und Telefonnummer. Für eine professionelle Website, die Kunden überzeugt, brauchst du eher 20 bis 40 Stunden. Texte schreiben, Bilder auswählen, Design anpassen, Kontaktformular einrichten, Impressum und Datenschutz korrekt umsetzen, auf dem Handy testen.

20 Stunden sind eine halbe Arbeitswoche. In der du keine Aufträge abarbeitest. Rechne das mal mit deinem Stundenlohn.

Qualität. Sei ehrlich zu dir selbst: Wie gut bist du im Texte schreiben? Im Gestalten? Dein Kunde sieht in drei Sekunden, ob eine Website professionell ist oder zusammengeklickt. Und er entscheidet in diesen drei Sekunden, ob er anruft oder weitersucht.

SEO. Suchmaschinenoptimierung klingt einfach, ist es aber nicht. Die richtige Seitenstruktur, passende Suchbegriffe, Meta-Beschreibungen, Ladezeiten — das sind Dinge, die ein Baukasten nicht automatisch für dich erledigt. Ohne SEO findet dich bei Google niemand. Und eine Website, die niemand findet, ist wie ein Schaufenster in einer Sackgasse.

Rechtliches. Impressum und Datenschutzerklärung müssen stimmen. Nicht ungefähr, sondern genau. Eine fehlerhafte Datenschutzerklärung kann dich eine Abmahnung kosten — 500 bis 1.500 Euro sind da schnell weg. Das ist kein theoretisches Risiko, das passiert jeden Tag.

Für wen Selbermachen funktioniert

Wenn du technikaffin bist, gut schreiben kannst, ein Auge für Design hast und 20+ Stunden investieren willst — dann kann eine selbstgebaute Website solide werden. Vor allem als Übergangslösung, bis der Betrieb läuft.

Aber Hand aufs Herz: Wie viele Handwerker kennst du, auf die all das zutrifft?

Weg 2: Website machen lassen

Was dafür spricht

Du bekommst Profi-Qualität. Design, Texte, SEO, Technik — alles aus einer Hand. Die Website sieht professionell aus und funktioniert auf allen Geräten.

Du sparst Zeit. Statt 20 Stunden vor dem Laptop investierst du zwei Stunden für ein Gespräch und die Freigabe. Den Rest macht jemand, der das jeden Tag tut.

Du wirst gefunden. Ein guter Anbieter optimiert deine Seite für lokale Suchanfragen. “Dachdecker Düren”, “Maler Aachen”, “Tischler Heinsberg” — damit Kunden, die genau deine Leistung suchen, auch bei dir landen.

Rechtssicherheit. Impressum, Datenschutz, Cookie-Banner — alles korrekt von Anfang an. Kein Abmahnrisiko.

Was dagegen spricht

Es kostet Geld. Klar. Eine professionelle Website ist nicht umsonst. Die Frage ist nur: Was kostet dich die Alternative? 20 Stunden Eigenarbeit und eine Seite, die keine Kunden bringt? Oder 500 Euro für einen Freelancer, der nach zwei Monaten nicht mehr erreichbar ist?

Du bist abhängig. Wenn du etwas ändern willst, musst du beim Anbieter anfragen. Bei guten Anbietern geht das schnell. Bei schlechten wartest du Wochen.

Qualität schwankt. Nicht jeder, der “Webdesign” anbietet, versteht etwas von Handwerksbetrieben. Ein Designer, der sonst Restaurants und Yoga-Studios macht, wird dir eine schöne Seite bauen — die aber an deiner Zielgruppe vorbeigeht.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Wenn du dich entscheidest, die Website machen zu lassen, achte auf diese Punkte:

  • Festpreis. Kein “ab 500 Euro” mit offenem Ende. Du willst vorher wissen, was es kostet.
  • Referenzen aus dem Handwerk. Hat der Anbieter schon Websites für Handwerker gemacht? Lass dir Beispiele zeigen.
  • Texte inklusive. Die meisten Handwerker scheitern nicht am Design, sondern an den Texten. Ein guter Anbieter schreibt sie für dich.
  • SEO inklusive. Die schönste Seite bringt nichts, wenn sie bei Google auf Seite 5 erscheint.
  • Keine langen Vertragslaufzeiten. Du solltest jederzeit kündigen können, nicht an einen 24-Monats-Vertrag gefesselt sein.
  • Eigentum. Die Website gehört dir. Punkt. Kein Anbieter sollte dir die Seite wegnehmen können, wenn du gehst.

Der ehrliche Vergleich

Selber machenMachen lassen
Kosten120–360 €/Jahr (Baukasten)500–5.000 € einmalig
Zeitaufwand20–40 Stunden + laufende Pflege2–3 Stunden für Abstimmung
Design-QualitätTemplate-StandardProfessionell
TexteSelbst schreibenVom Profi geschrieben
SEOMinimal bis gar nichtProfessionell optimiert
RechtssicherheitEigenverantwortungAbgedeckt
ÄnderungenSofort selbst möglichAuf Anfrage
KundengewinnungUnwahrscheinlichRealistisch

Fazit: Was würde ich einem Freund raten?

Wenn mich ein befreundeter Handwerker fragt: Mach es nicht selbst. Nicht weil du es nicht könntest. Sondern weil deine Zeit woanders mehr wert ist.

Du bist Meister in deinem Gewerk. Dein Stundenlohn liegt bei 50, 60, 80 Euro. Jede Stunde, die du an einer Website bastelst, ist eine Stunde, in der du keinen Auftrag abarbeitest. 20 Stunden Bastelei kosten dich 1.000 bis 1.600 Euro an entgangenem Umsatz. Dafür bekommst du beim richtigen Anbieter eine fertige, professionelle Website.

Die Rechnung ist eigentlich einfach. Mach das, was du am besten kannst. Und lass die Website von jemandem machen, der das am besten kann.


Du willst sehen, wie eine professionelle Handwerker-Website aussieht? Schau dir unsere Beispiele auf handwerk-im-internet.de an — oder ruf direkt an: 02452 860728. Ehrliche Beratung, kein Verkaufsgespräch.

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