Was gehört auf eine gute Handwerker-Website?
Du hast dich entschieden, eine Website für deinen Betrieb zu machen. Oder du hast schon eine und fragst dich, ob da eigentlich alles drauf ist, was drauf muss. Beides gute Ausgangspunkte.
Das Problem: Beim Thema Handwerker Website Inhalt herrscht viel Halbwissen. Manche Agenturen verkaufen dir zehn Unterseiten, die kein Mensch braucht. Andere liefern eine Einzelseite mit drei Sätzen und einem Stockfoto. Und du als Dachdecker, Tischler oder Maler stehst dazwischen und weisst nicht, was wirklich nötig ist. Also lass uns das klären. Konkret, ohne Blabla, mit einer Checkliste am Ende.
Die Startseite: Dein digitales Schaufenster
Die Startseite ist die wichtigste Seite. Hier landen die meisten Besucher. Und hier entscheiden sie innerhalb von Sekunden, ob sie bleiben oder weiterklicken.
Was muss drauf?
- Dein Gewerk und dein Einzugsgebiet. Sofort sichtbar, nicht erst nach dreimal Scrollen. “Dachdeckermeister in Düren und Umgebung” sagt mehr als “Willkommen auf unserer Homepage”.
- Deine Telefonnummer. Im Header, auf jeder Seite, klickbar auf dem Handy. Handwerkskunden wollen anrufen, nicht suchen.
- Deine wichtigsten Leistungen. Nicht alle im Detail, aber eine klare Übersicht. Was bietest du an? Dachsanierung, Flachdach, Dachfenster? Badsanierung, Heizungstausch, Wartung? Der Besucher muss in drei Sekunden wissen, ob er bei dir richtig ist.
- Vertrauenssignale. Meisterbetrieb? Innungsmitglied? Seit 25 Jahren am Markt? Zeig es. Nicht als Angeberei, sondern als Orientierung für den Kunden.
- Ein klarer nächster Schritt. “Jetzt anrufen” oder “Kostenloses Angebot anfragen”. Sichtbar, eindeutig, nicht versteckt.
Das wars für die Startseite. Kein Willkommenstext, der drei Absätze lang erklärt, wie sehr du dich über den Besuch freust. Das interessiert niemanden. Komm auf den Punkt.
Leistungsseiten: Eine Seite pro Leistung
Hier machen viele Handwerker einen entscheidenden Fehler: Sie packen alle Leistungen auf eine einzige Seite. “Wir machen alles rund ums Dach.” Fertig.
Das Problem dabei: Google kann mit “alles rund ums Dach” nichts anfangen. Wenn jemand nach “Dachsanierung Aachen” sucht, findet er deine Seite nicht, weil das Wort Dachsanierung nirgends als eigener Schwerpunkt vorkommt.
Besser: Für jede wichtige Leistung eine eigene Unterseite. Ein SHK-Betrieb könnte zum Beispiel diese Seiten haben:
- Heizungstausch und Wärmepumpe
- Badsanierung
- Rohrreinigung und Notdienst
- Wartung und Reparatur
Auf jeder Seite beschreibst du kurz, was du anbietest, wie der Ablauf ist und warum der Kunde bei dir richtig ist. Kein Roman. Drei bis fünf Absätze reichen. Dazu ein paar Bilder von echten Projekten.
Der Vorteil: Jede einzelne Seite kann bei Google für einen anderen Suchbegriff gefunden werden. Statt einer Seite, die für nichts richtig rankt, hast du fünf Seiten, die jeweils für ihr Thema sichtbar sind. Das ist einer der wichtigsten Punkte beim Homepage-Aufbau für Handwerker.
Über uns: Zeig, wer hinter dem Betrieb steckt
Kunden beauftragen keine Firmen. Sie beauftragen Menschen. Besonders im Handwerk, wo jemand Fremdes in dein Haus kommt, willst du vorher wissen, mit wem du es zu tun hast.
Eine gute “Über uns”-Seite zeigt:
- Echte Fotos. Vom Chef, vom Team, von der Werkstatt oder dem Firmenfahrzeug. Kein Stockfoto. Handyfotos reichen, solange sie echt sind.
- Die Geschichte. Wann gegründet? Familientradition oder frisch gestartet? Beides ist gut, aber erzähl es. Zwei, drei Sätze genügen.
- Zahlen, die Vertrauen schaffen. Wie viele Mitarbeiter? Wie viele Projekte pro Jahr? Welche Qualifikationen? Meisterbrief, Zertifizierungen, Spezialisierungen?
Was du weglassen kannst: Allgemeine Phrasen wie “Qualität ist unser Anspruch” oder “Der Kunde steht bei uns im Mittelpunkt”. Das schreibt jeder. Es sagt nichts. Schreib stattdessen konkret, was deinen Betrieb ausmacht.
Ein Malermeister aus dem Rheinland hat auf seiner Website einfach geschrieben: “Wir sind zu sechst, machen keine Unteraufträge und räumen auf, bevor wir gehen.” Das ist glaubwürdig. Das merkt sich ein Kunde.
Referenzen und Projekte: Deine stärkste Waffe
Nichts überzeugt so gut wie sichtbare Ergebnisse. Vorher-Nachher-Bilder von einer Dachsanierung. Eine Fotogalerie einer neuen Einbauküche vom Tischler. Das frisch gestrichene Treppenhaus vom Maler.
Drei Tipps für gute Referenzen:
Mach es dir zur Routine. Nach jedem abgeschlossenen Projekt kurz drei bis fünf Fotos mit dem Handy. Vorher und Nachher. Das kostet zwei Minuten. Frag den Kunden um Erlaubnis und sammle die Bilder.
Schreib kurz dazu, was du gemacht hast. “Komplettsanierung eines Flachdachs, 120 Quadratmeter, Bitumenbahn auf Gefälledämmung. Bauzeit: 5 Tage.” Das zeigt Kompetenz, ohne anzugeben.
Kundenstimmen sind Gold wert. Wenn ein Kunde sagt “Pünktlich, sauber, fairer Preis”, dann schreib das auf die Website. Mit Vornamen und Ort, wenn der Kunde einverstanden ist. Das wirkt stärker als jede Eigenwerbung.
Die Kontaktseite: Mach es dem Kunden einfach
Klingt banal, wird aber ständig verbockt. Eine gute Kontaktseite hat:
- Telefonnummer (klickbar)
- E-Mail-Adresse
- Ein kurzes Kontaktformular (Name, Anliegen, Telefonnummer oder E-Mail — mehr nicht)
- Deine Adresse mit Anfahrtskarte (Google Maps Einbettung)
- Erreichbarkeitszeiten — damit der Kunde weiss, wann jemand rangeht
Was du nicht brauchst: Ein Formular mit 15 Pflichtfeldern. Keiner füllt das aus. Drei bis vier Felder reichen. Der Rest klärt sich im Gespräch.
Impressum und Datenschutz: Pflicht, nicht Kür
Jede gewerbliche Website in Deutschland braucht ein vollständiges Impressum nach DDG und eine Datenschutzerklärung nach DSGVO. Keine Ausnahme. Auch nicht für kleine Betriebe. Auch nicht “weil die Seite ja noch im Aufbau ist”.
Fehlt das Impressum oder ist es unvollständig, riskierst du eine Abmahnung. Die kostet schnell 500 bis 1.500 Euro. Für ein Problem, das sich in 30 Minuten lösen lässt.
Was ins Impressum gehört: Vollständiger Name, Anschrift, Telefon, E-Mail, Handwerkskammer-Zugehörigkeit, zuständige Aufsichtsbehörde, Umsatzsteuer-ID. Es gibt kostenlose Generatoren im Netz, die dir ein rechtssicheres Impressum erstellen. Benutz einen davon.
Mobile Optimierung: Kein Extra, sondern Grundvoraussetzung
Über 60 Prozent deiner Besucher kommen mit dem Smartphone. Bei lokalen Suchen wie “Elektriker in meiner Nähe” sind es noch mehr. Wenn deine Website auf dem Handy schlecht aussieht oder schwer zu bedienen ist, verlierst du mehr als die Hälfte deiner potenziellen Kunden, bevor sie überhaupt deine Nummer sehen.
Mobile Optimierung bedeutet: Texte sind lesbar ohne Zoomen. Buttons sind gross genug zum Tippen. Bilder passen sich an die Bildschirmgrösse an. Die Telefonnummer ist ein klickbarer Link. Das ist heute kein Bonus mehr. Das ist die Mindestanforderung.
Optionale Extras: Schön, aber nicht zwingend
Wenn die Grundlagen stehen, kannst du über Ergänzungen nachdenken:
- FAQ-Bereich. Die fünf Fragen, die du am Telefon am häufigsten beantwortest. Spart dir Zeit und gibt dem Kunden sofort Antworten.
- Stellenangebote. Du suchst Gesellen oder Azubis? Junge Leute googeln potenzielle Arbeitgeber. Eine eigene Karriereseite, auch wenn sie nur drei Absätze hat, zeigt, dass du es ernst meinst.
- Blog oder Aktuelles. Nur wenn du wirklich regelmässig etwas zu sagen hast. Ein Blog mit dem letzten Eintrag von 2022 wirkt schlimmer als gar kein Blog.
Wichtig: Diese Extras bringen nur etwas, wenn die Pflichtseiten sauber sind. Erst das Fundament, dann der Ausbau. Das kennst du als Handwerker.
Checkliste: Was gehört auf deine Website?
Zum Abhaken. Druck dir die Liste aus oder geh sie am Bildschirm durch.
Muss drauf (Pflicht):
- Startseite mit Gewerk, Region, Telefonnummer, Leistungsübersicht
- Eigene Seite pro Hauptleistung
- Über uns mit echten Fotos und kurzer Betriebsvorstellung
- Referenzen mit Projektbildern (idealerweise Vorher-Nachher)
- Kontaktseite mit Telefon, Formular, Adresse, Anfahrt
- Impressum (vollständig nach DDG)
- Datenschutzerklärung (vollständig nach DSGVO)
- Mobile Optimierung auf allen Seiten
- Klare Handlungsaufforderung auf jeder Seite
Kann drauf (optional):
- FAQ-Bereich
- Stellenangebote / Karriereseite
- Blog / Aktuelles
- Kundenbewertungen (eingebunden von Google)
- Social-Media-Verlinkung
Fazit: Weniger ist mehr, aber das Wenige muss sitzen
Eine gute Handwerker-Website braucht keine 20 Seiten und kein ausgefallenes Design. Sie braucht die richtigen Inhalte, klar strukturiert und ehrlich. Startseite, Leistungsseiten, Über uns, Referenzen, Kontakt, Impressum, Datenschutz. Das ist die Website-Struktur, die funktioniert. Damit deckst du ab, was Kunden suchen und was Google braucht, um dich zu finden.
Wenn du dir diese Checkliste anschaust und merkst, dass deine aktuelle Seite bei mehreren Punkten Lücken hat, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, das zu ändern. Nicht irgendwann. Jeder Tag mit einer unvollständigen Website ist ein Tag, an dem potenzielle Kunden bei deinem Wettbewerber anrufen.
Du willst wissen, ob deine Website das hat, was sie braucht? Wir machen einen kostenlosen Website-Check für deinen Handwerksbetrieb. Ehrlich, unverbindlich, ohne Verkaufsgespräch. Schau auf handwerk-im-internet.de vorbei oder ruf direkt an: 02452 860728.