Google My Business für Handwerker: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Volker Thebrath · · 8 Min. Lesezeit
Google My Business für Handwerker: Die Schritt-für-Schritt-Anleitung

Warum Google My Business für Handwerker unverzichtbar ist

Ein Kunde hat einen Rohrbruch. Was macht er? Er greift zum Handy und tippt “Klempner in meiner Nähe” bei Google ein. Wenn du dort nicht auftauchst, bekommt den Auftrag jemand anderes. So einfach ist das. Google My Business für Handwerker ist der schnellste und kostenlose Weg, um genau bei diesen lokalen Suchanfragen sichtbar zu werden.

Laut Google haben über 80 % aller lokalen Suchanfragen eine Kaufabsicht. Das bedeutet: Wer nach “Dachdecker Köln” oder “Maler Aachen” sucht, will nicht stöbern. Er will beauftragen. Und die ersten Ergebnisse, die Google anzeigt, kommen aus Google Maps — also aus dem Google Unternehmensprofil.

Was ist Google My Business eigentlich?

Google hat den Dienst 2022 in Google Unternehmensprofil umbenannt. Gemeint ist dasselbe: Ein kostenloser Eintrag, der deinen Betrieb bei Google Maps und in der lokalen Suche anzeigt. Du siehst diese Einträge jeden Tag — die Box rechts neben den Suchergebnissen mit Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Bewertungen und Fotos.

Für Handwerksbetriebe ist dieses Profil oft der erste Kontaktpunkt mit neuen Kunden. Noch vor der Website, noch vor einer Empfehlung.

Schritt-für-Schritt: Google Unternehmensprofil einrichten

Schritt 1: Google-Konto anlegen oder nutzen

Du brauchst ein Google-Konto. Wenn du Gmail oder ein Android-Handy nutzt, hast du schon eins. Tipp: Leg dir ein eigenes Konto für den Betrieb an (z. B. info@deinefirma.de als Gmail), damit nicht alles über dein privates Konto läuft.

Schritt 2: Unternehmensprofil erstellen

Geh auf business.google.com und klick auf “Jetzt verwalten”. Gib deinen Firmennamen ein — genau so, wie er auf deinem Briefkopf steht. Keine Fantasienamen, keine Keyword-Tricks. Google straft das ab.

Schritt 3: Kategorie wählen

Das ist einer der wichtigsten Schritte. Google fragt nach deiner Hauptkategorie. Wähle die spezifischste, die passt. Also nicht “Bauunternehmen”, sondern “Dachdecker” oder “Maler” oder “Tischler”. Du kannst später noch Nebenkategorien ergänzen — z. B. “Dachdecker” als Hauptkategorie und “Dachsanierung” als Nebenkategorie.

Schritt 4: Standort und Einzugsgebiet angeben

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Du hast ein Ladengeschäft oder Büro, in dem Kunden vorbeikommen: Adresse angeben.
  • Du fährst zum Kunden (das trifft auf die meisten Handwerker zu): Wähle “Ich liefere Waren und Dienstleistungen an meine Kunden” und gib dein Einzugsgebiet an. Du kannst Städte, Landkreise oder einen Umkreis definieren.

Wichtig: Gib nur eine echte Geschäftsadresse an. Eine Privatadresse ist erlaubt, muss aber nicht öffentlich angezeigt werden.

Schritt 5: Kontaktdaten eintragen

Telefonnummer und Website eintragen. Nutze die Nummer, unter der du tatsächlich erreichbar bist. Kunden erwarten, dass jemand rangeht. Wenn du noch keine Website hast — kein Problem. Das Profil funktioniert auch ohne. Aber eine professionelle Website verstärkt die Wirkung enorm.

Schritt 6: Verifizierung durchführen

Google will sicherstellen, dass dein Betrieb echt ist. Die Verifizierung funktioniert meistens per Postkarte an deine Geschäftsadresse. Darauf steht ein Code, den du online eingibst. Das dauert 5–14 Tage. Manchmal bietet Google auch eine Verifizierung per Telefon oder E-Mail an — nimm das, wenn es verfügbar ist. Schneller geht’s nicht.

Bis die Verifizierung abgeschlossen ist, wird dein Profil nicht vollständig angezeigt. Also: Nicht wundern, wenn am nächsten Tag noch nichts zu sehen ist.

Dein Profil optimieren — hier entscheidet sich, ob Kunden anrufen

Ein angelegtes Profil ist gut. Ein optimiertes Profil bringt Aufträge. Hier die wichtigsten Stellschrauben:

Fotos hochladen

Lade mindestens 10 Fotos hoch. Zeig fertige Projekte, dein Team bei der Arbeit, deinen Firmenwagen, deine Werkstatt. Echte Fotos. Keine Stockfotos. Kunden wollen sehen, wer kommt und was du kannst.

Profile mit Fotos bekommen laut Google 42 % mehr Routenanfragen und 35 % mehr Klicks auf die Website. Das sind keine Marketing-Phrasen — das ist Googles eigene Statistik.

Öffnungszeiten pflegen

Trage realistische Zeiten ein. Wenn du von 7 bis 17 Uhr erreichbar bist, dann stell das ein. Vergiss nicht die Feiertage und besondere Zeiten (Urlaub, Betriebsferien). Nichts nervt Kunden mehr, als wenn sie anrufen und niemand drangeht, obwohl das Profil “Geöffnet” anzeigt.

Leistungen beschreiben

Google bietet ein Feld für deine Dienstleistungen. Nutz es. Schreib konkret rein, was du anbietest. Nicht “Malerarbeiten”, sondern “Innenanstriche”, “Fassadenanstriche”, “Tapezierarbeiten”, “Lackierarbeiten”. Je konkreter, desto besser findet Google dich bei passenden Suchanfragen.

Beiträge veröffentlichen

Das wissen die wenigsten: Du kannst im Google Unternehmensprofil Beiträge veröffentlichen. Ähnlich wie bei Facebook. Zeig ein aktuelles Projekt, ein Vorher-Nachher-Bild, ein Angebot. Ein Beitrag pro Monat reicht schon. Das signalisiert Google: Dieser Betrieb ist aktiv.

Auf Bewertungen antworten

Bewertungen sind der stärkste Vertrauensfaktor. Bitte zufriedene Kunden aktiv um eine Google-Bewertung. Am besten direkt nach Abschluss des Auftrags. Ein kurzer Link per WhatsApp oder E-Mail — fertig.

Und ganz wichtig: Antworte auf jede Bewertung. Auf gute mit einem Dankeschön. Auf schlechte sachlich und freundlich. Das zeigt Professionalität. Potenzielle Kunden lesen die Antworten mindestens so aufmerksam wie die Bewertungen selbst.

Die 5 häufigsten Fehler bei Google My Business

1. Firmennamen mit Keywords vollstopfen “Müller Dachdecker | Dachsanierung | Flachdach | Dachdeckerei Köln” — so etwas verstößt gegen Googles Richtlinien. Dein Eintrag kann gesperrt werden. Nutz deinen echten Firmennamen. Punkt.

2. Falsche Kategorie wählen Wer “Bauunternehmen” statt “Elektriker” wählt, taucht bei den falschen Suchen auf. Prüfe, welche Kategorien Google für dein Gewerk anbietet, und wähle die genaueste.

3. Keine Fotos hochladen Ein Profil ohne Fotos wirkt verlassen. Kunden scrollen weiter. Investiere 30 Minuten und lad Bilder deiner Arbeit hoch.

4. Bewertungen ignorieren Weder um Bewertungen bitten noch auf vorhandene antworten — das ist verschenktes Potenzial. Jede 5-Sterne-Bewertung ist bares Geld wert.

5. Profil einrichten und vergessen Google bevorzugt aktive Profile. Aktualisiere regelmäßig deine Fotos, veröffentliche ab und zu einen Beitrag, halte deine Öffnungszeiten aktuell. Das muss kein Vollzeitjob sein — eine halbe Stunde pro Monat reicht.

Fazit: Kostenlos, wirksam — aber nur der Anfang

Das Google Unternehmensprofil ist das Minimum, das jeder Handwerksbetrieb haben sollte. Es kostet nichts, bringt lokale Sichtbarkeit und kann innerhalb einer Stunde eingerichtet werden. Kein Grund, es nicht zu tun.

Aber ehrlich gesagt: Google My Business allein reicht nicht. Kunden, die dein Profil finden, klicken oft auf den Website-Link. Wenn dort nichts kommt — oder eine veraltete Baukasten-Seite von 2018 — verlierst du den Auftrag an den Konkurrenten mit der professionellen Website.

Die beste Kombination: Ein gepflegtes Google Unternehmensprofil als Einstieg und eine professionelle Handwerker-Website als Abschluss.

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